Nachbericht zu:

Die ersten Ergebnisse vom Strategie Cuvée

Sneak Preview

Das vierte Lernfrühstück 2019 widmete sich der Frage nach den strategischen Skills der Zukunft. Die Veranstaltung bot Einblick in einige Ergebnisse der Veranstaltung „Strategie Cuvée“ vom 16. Oktober. Kernfrage: Welche Fähigkeiten werden in Zukunft verstärkt an Bedeutung gewinnen?

Vier der insgesamt neun Themenpole wurden von Jana David-Wiedemann (PKP BBDO), Lena Enzinger (Digitale Strategie) und Ulli Helm (wiesowarum! Strategieberatung) vorgestellt. Das Publikum erhielt überraschende Perspektiven aus den Sessions präsentiert:

Intelligence / Intuition: Was sind die wichtigeren Entscheidungsgrundlagen?

Die ExpertInnen-Diskussion des Strategie Cuvée ergab ein Votum für die künftige Bedeutung von Intuition. Warum? Einerseits, weil wir in der Fülle der zur Verfügung stehenden Daten eine rasche Vorselektion brauchen. Zweitens, weil Intuition besser geeignet ist, Innovation zu fördern. Sie hilft uns, größere Schritte nach vorn zu gehen. Aber Achtung: Es gilt die „Von-Nichts-Kommt-Nichts These“. Intuition ist die Fähigkeit, Erfahrungswissen anzuzapfen. Umso wichtiger, dass genügend Wissensressourcen zur Verfügung stehen.

Kurzfrist-Denken / Langfrist-Denken: Welche Perspektive ist künftig mehr gefragt?

Immer öfter ist die Destination, die im Fokus steht, nicht „in 3 bis 5 Jahren“, sondern in 3 Monaten. Wenn längerfristige Szenarien skizziert werden, werden sie durch kurzfristige Ergebnisse verändert? Werden Quartalszahlen emotionaler diskutiert als Visionen? Die ExpertInnenrunde des Strategie Cuvée betrachtete eine langfristige Vision mit übersetzbaren kurzfristigen Sprints als zielführendes Modell. Conclusio: das Langfrist-Denken ist jener strategische Skill, der in Zukunft wichtiger wird oder werden soll.

Zählen / Erzählen: Überzeugen wir mit analytischer Klarheit oder guten Stories?

Die TeilnehmerInnen des Strategie Cuvée verständigten sich sofort am Beginn der Diskussion auf die enorme Bedeutung des Erzählens. „Große Geschichten sind Projektionsbilder, von denen Menschen ein Teil sein wollen“, beschreibt sehr gut die Macht des Tools. Dennoch: Es muss auch eine Verantwortung in diesem Bereich geben. Die Fakten, die „Wahrheit der Zahlen“ muss stimmen. Insofern ging die Einschätzung nach den strategischen Zukunftsskills differenziert aus: Erzählen und Zählen bedingen einander und werden nur gemeinsam reüssieren.

Kreativität / Automation: Welchen Stellenwert hat Originalität künftig?

Kreativität kostet Zeit und Geld, so die Haltung in vielen Köpfen. Wird so gesehen die Automation das „next silver bullit“ sein und Strategie auf Knopfdruck funktionieren? Nein. Automation spart Zeit und Geld. Und schafft damit Raum für Kreativität. Alle Daten, die mühevoll gesucht und ausgewertet werden mussten – Marktzahlen, Purchase-Analysen etc. – sind praktisch instant verfügbar. Und die Fähigkeiten diese Fakten in neuen Kontext zu setzen, Individualität und Präferenz für Marken zu schaffen, darin liegt die strategische Kreativität. Und der Treiber für Wertschöpfung.

Zum Abschluss fasste Jana David-Wiedemann eine übergreifende Erkenntnis zusammen: „Zahlen, das Messen, Analysieren und Automatisieren sind heute von großer Bedeutung. Aber: Wenn Zahlen die alleinige Währung sind, dann kommt Strategie nicht zum Ziel.“

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