Nachbericht zu:

Strategie. Fuehrung. Kultur.

Kultur, Führung & Strategie – das waren die Themen des ersten Strategie-Privatissimums für Führungskräfte. Im Gespräch zwischen dem Impulsgast Markus Kienberger (Country Manager Austria bei Google) mit Managementberater Christian Mayhofer wurde schnell klar, dass Kultur bei Google kein Lippenbekenntnis ist, sondern integraler Bestandteil der Strategie bzw. dass Strategie und Kultur einander bedingen.

Zum Auftakt erklärte Sonja Prem kurz, warum Strategie Austria die Themen Kultur und Führung als Schwerpunkt wählte: Viele Unternehmen tun sich schwer, ihre Strategien umzusetzen bzw. viele Strategien scheitern. Kultur und Führung sind zwei Hauptgründe, warum das so ist. D.h. um Strategien erfolgreich auf den Boden zu bringen, ist es notwendig, den Kulturaspekt in die Strategie-Entwicklung einzubeziehen sowie die Leadership-Anforderungen zu verstehen, die benötigt werden, um eine bestimmte Strategie zum Leben zu erwecken. Strategie ist und braucht Führung.

Prinzipien sind die Leitplanken für die strategische Entwicklung des Unternehmens. Warum Google so ist, wie es ist, und warum aus diesem Unternehmen so viel mehr geworden ist als eine Suchmaschine, erklärt sich für Markus Kienberger durch die Fokussierung auf vier Kernprinzipien:

  1. Gründeridentität: Erfinder, die sich ganze große Fragen stellen.
  2. Technologien, die Durchbrüche ermöglichen, in der technischen Umsetzung ausgezeichnet sein
  3. Offenheit, Zugänglichkeit, es soll für alle funktionieren
  4. In Eco-Systemen denken – Partnerschaften

Unternehmenskultur ist People Culture. So eine Menschen-Kultur beginnt immer mit dem Einstellungsprozess und der Auswahl der Mitarbeiter. Das Credo der Gründer ist dabei der zentrale Anspruch.

„Wir wollen Leute anstellen, die besser sind als wir!“ Wenn man nur „gleich gute“ Mitarbeiter einstellt, bleibt das Unternehmen auch nur gleich gut. Aber es soll ja besser werden! Genau hier unterstützt Kultur die Strategie immens. Damit sichergestellt wird, wirklich ideale Mitarbeiter zu finden, werden Recruiting-Entscheidungen immer von diversen Teams getroffen.

Kultur ist das, was man lebt. Weiters wurde deutlich, dass Kultur nichts mit abstrakten Begriffen zu tun hat, sondern ganz konkret spürbar wird, über die Art und Weise wie geführt wird, wie interagiert wird und wie mit MitarbeiterInnen umgegangen wird. Menschen sind auch in einer Tech-Company das wichtigste Kapital und heißen dort nicht Human Resources sondern schlicht: People Operations.

Own your career! Persönliche Entwicklung ist ein zentrales Ziel. Alle Mitarbeiter sind für ihre eigene Karriereentwicklung zuständig: sie werden ermutigt und unterstützt einen Plan zu erstellen und zu verfolgen, die interne Mobilität, sowohl nach Aufgaben als auch Regionen ist extrem hoch. Die Aufgabe der Führungskraft ist es, diese Entwicklung zu unterstützen. Mitarbeiter zu coachen und sie nicht aus Eigeninteresse im eigenen Team zu halten. Auch das ist Teil einer Kultur, in der sich alles um Entwicklung dreht.

Leadership erfordert die Bereitschaft des Hinschauens und Lernens Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung sind nicht immer ident. Um Abweichungen zu erkennen, holen sich Führungskräfte regelmäßig online gestütztes Feedback von ihren Mitarbeitern. Wenn es Sinn macht, wird dieses offen diskutiert. Transparenz wird gelebt, das schafft Vertrauen und Offenheit.

People Culture braucht persönliche Kommunikation. Egal wie technisch ein Prozess unterstützt wird, das offene Gespräch ist nach wie vor die wichtigste „Technologie“ von Führungskräften Und da diese Prozesse oft schwierig oder auch noch ungeübt sind, gibt es sehr gut ausgebildete interne Coaches, die Führungskräfte hierbei helfen und begleiten.

Psychological Safety. Als Erfolgsformel für großartige Team-Performance Innovation und Erfindergeist sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren. Also erforscht Google, was die Innovationskompetenz erhöht: Mitarbeiter müssen sich sicher fühlen. Das heißt nichts anderes, als dass sich die Menschen trauen, ihre Ideen und Gedanken mitzuteilen, Neues auszuprobieren und dabei auch Fehler zu machen, ohne mit negativen Konsequenzen rechnen zu müssen. Mindset und Partnerschaftsorientierung als Erfolgsmotor

Für Markus Kienberger liegt der Unterschied zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Unternehmen nicht darin, ob man eine junge Technologie-Company oder ein Traditionsunternehmen ist, sondern ob ein Unternehmen in der Lage ist, Partnerschaften einzugehen und mit anderen zusammenzuarbeiten. Die Haltung, wie man mit disruptiven Ideen umgeht, ist ebenfalls entscheidend. Ist man abwehrend oder interessiert. Will man Ideen verhindern oder versucht man von ihnen zu lernen.

Was ist also die Essenz von Kulturarbeit in Hinblick auf Strategie? Culen Mayhofer Partner fassen zusammen: Die Umsetzung der inhaltliche Strategie definiert bestimmte Anforderungen an eine Organisation, z.B. diese muss schnell, flexibel und innovativ agieren. Die Aufgabe von Führung ist es dann, durch die Auswahl der dazu passenden Menschen und Führung sicherzustellen, dass diese Anforderungen erfüllt werden können. Wenn also für ein Unternehmen Innovation und Transparenz besonders wichtig sind, muss Führung für einen Raum sorgen, in dem Vertrauen herrscht, in dem Neues ausprobiert werden kann, in dem gelernt wird. Durch eigenes Verhalten (Vorleben), aber auch durch einfordern bei anderen. Kultur is „the way we are doing things here“. Und diese Kultur, dies Art und Weise des Miteinanders wird konkret kultiviert, geübt und weiterentwickelt. Erkennbar wird das an sogenannten Artefakten, den sichtbaren Elementen, wie der Bereitstellung von internen Coaches oder dem hoch formalisierten Recruiting-Prozess. Diese drücken aus, worauf ein Unternehmen wert legt, was hier wichtig ist: dort wird investiert, dort liegt auch der Fokus

Es gab noch viele Fragen, Diskussionen und wir hätten noch die ganze Nacht und die nächsten Tage mit diesen Themen verbringen können, und wir hätten zu gerne noch gehört, welche Erfahrungen die diversen TeilnehmerInnen mitbringen, aber dann war der Abend auch schon wieder zu Ende, und fand bei Wein und den feinen Broten vom CinCin ein gemütliches Ende. Wir freuen uns schon auf den nächsten Termin am 26.09.

Lesetipps

Hier noch ein paar Lesetipps von Markus Kienberger:

Und hier noch weiterführende Links von Julia Culen:

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