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Aktuell: #17 Hildegard Linsbauer
Generation Greta? Shrimp? Ignorant?
Zur Gen Z wird vieles gesagt – Positives wie weniger Nettes. Was davon trifft zu?

Skrupellose Karrieristen?
Vertreter*innen der Gen Z zeigen sich unpolitisch, pragmatisch und mitunter opportunistisch. Die Karriereleiter erklimmen sie gerne mal mit Hilfe von Ellenbogentechnik und Aufputschmitteln, um ihre Ziele leichtfüssig zu erreichen. Es heißt, die Gen Z sehnt sich nach Freiheit und Selbstbestimmung. Sie zeigt hohe Leistungsorientierung bei gleichzeitig ausgeprägter Risikodistanz. Erfolg und Führungsposition sind wichtig – volle Unterstützung der Vorgesetzten, flexible Arbeitszeiten und ausgereifte Feedbackkultur inklusive.

Performancegesteuerte Kontrollfreaks?
Der Erwartungsdruck ist so hoch, dass 7 von 10 leistungsorientierte Substanzen konsumieren. Energy-Drinks zum Aufputschen, Cannabis oder Vitaminpräparate fürs individuelle Stressmanagement (Institut für Jugendkulturforschung).
Geht es um das soziale, öffentliche Verhalten, setzt man stärker auf Kontrolle. Exzessives Komatrinken findet kaum noch statt. Wenn überhaupt, dann lieber im intimen Umfeld einer Privatwohnung. Äußerlichkeiten stehen hoch im Kurs. Ein regelrechter Fitness- und Gesundheitswahn löst einen wahren Hype um Protein-Produkte und Ernährungstrends aus.

Smombies und Gelegenheitsidealisten?
Die Gen Z wächst in einer Bereitstellungskultur auf. In der immensen Fülle digitaler Angebote wartet niemand auf vorgefertigten Content. Die Gen Z verschafft sich Bühne, Aufmerksamkeit und Applaus am liebsten selbst. Schreibt Bewertungen, postet Fotos, Clips und Erfahrungen. So kommt es zu einer ungefilterten Informationsflut. Aus reinem Selbstschutz wird klar sortiert, was man hören und sehen will. Dafür versinkt man in gekrümmter Shrimp-Haltung im Smartphone.

Zwischen Sagen und Tun klafft schon mal eine Diskrepanz: sozial engagiert, ja klar!
Greta Thunberg gilt schon jetzt als Ikone einer ganzen Generation. Das Engagement kann jedoch sehr punktuell und oberflächlich ausfallen. Für eine „gute Sache“ zu sein oder Produkte „mit reinem Gewissen“ zu kaufen, ist schön, solange das Interesse eben anhält. Markenloyalität? Aus zahlreichen Alternativen wählt man jene, die es im jeweiligen Kontext schnell und vermeintlich besser macht. Ganz pragmatisch.

Ein Generationenphantom?
Die Gen Z wächst in einer Welt der Gegensätze und Veränderungen heran und lebt diese auch. Aber gilt das alles nur für die Gen Z? Definiert allein das Alter ihre Vorlieben, Wertvorstellungen und Lebenswünsche? Oder betrifft es uns auch?

So oder so. Eines macht jedenfalls Sinn:
Mit der Zielgruppe zu arbeiten, nicht nur für sie. Am besten bindet man sie gleich bei Idee und Konzeption eines Produktes ein, nicht erst bei der Werbung.

Genau das können Sie bei unserer nächsten Gen Z Veranstaltung „Reality Check“ am 14. November tun! Sichern Sie sich Ihren Platz – hier zu näheren Infos!

Autor: Hildegard Linsbauer ist Gründungsmitglied von STRATEGIE AUSTRIA und freie Kommunikationsstrategin. Sie arbeitet mit Unternehmern, Markenverantwortlichen und Kreativ-Agenturen für erfolgreiche Kommunikation.

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