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Aktuell: #23 Stefan Schindele
Gibt es ein Handeln ohne Konsequenzen?

Zurzeit ist es schwierig, etwas zu schreiben, das von Dauer ist. Fast täglich gibt es neue Erkenntnisse über Covid-19 ein und damit einhergehend neue Lösungsansätze.

Und doch erwarten sich die Menschen – gerade in unsteten Zeiten – Antworten. Und so wurden uns schon in der Frühphase der Corona-Epidemie Strategien präsentiert. Mit dem Haken, dass die richtige Maßnahme am nächsten Tag vielleicht schon überholt war. Die nächste Richtungsentscheidung musste getroffen werden. Und wieder eine neue Strategie, um die Epidemie zu stoppen. Oder abzuschwächen. Oder zu verlangsamen. Und damit kamen neue Verordnungen, Maßnahmen, Vorgaben.

Richtig so. Denn was will man anderes tun, als das, was im entscheidenden Moment am vernünftigsten erscheint? Ein „Ich weiß es nicht“ ist in diesen Zeiten ausnahmsweise zu akzeptieren. Denn wer in Zeiten der Not so ehrlich ist, dem vertraut man.

Im Moment dominieren noch die unmittelbaren Folgen. Social Distancing, Homeschooling, Kurzarbeit – um nur ein paar der harmloseren Auswirkungen zu nennen. Umsatzeinbrüche, Insolvenzen und Arbeitslosigkeit fangen gerade erst an und werden massive Auswirkungen auf uns alle haben.

Wie umfangreich die gesamten Konsequenzen sein werden, ist derzeit nicht abzuschätzen. Hierbei geht es nicht um Schwarzmalen, sondern um eine realistische Einschätzung der Zukunft. Was darf man danach und was nicht? Wird jemand in Urlaub fahren? Wieviel Geld wird nach Krise da sein? Welche Domino-Effekte gibt es auf bisher nicht betroffene Wirtschaftsbereiche?

War es bisher schon die schwierigste Aufgabe von StrategeInnen, die Zukunft voraus zu sehen, wird es jetzt umso wichtiger. Nun gilt es 2021, 2022 und 2023 vorzubereiten, um die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Corona auszugleichen.

Noch mitten im Krisenmodus müssen die richtigen Fragen gestellt werden. Einstellungen und Werte werden neu definiert werden – wie geht man damit um? Verhaltensweisen im privaten und beruflichen Leben werden sich ändern, Unternehmen und EntscheidsträgerInnen werden darauf reagieren müssen. Das Grundvertrauen ist gestört, in der weiteren Folge auch die Beziehung zu Institutionen und Marken. Welche Maßnahmen versprechen dann noch Erfolg? Ganz gleich, ob Regierungen oder Unternehmen – jetzt ist die Zeit, die richtigen Fragen zu stellen, langfristige Lösungen zu entwickeln und die richtigen Pläne anzulegen.

Genau dafür gibt es StrategInnen.

PS: Womit man nicht rechnet, trifft einen umso härter: Jani Newrkla – großer Menschenfreund und Werber – ist letzte Woche an Covid-19 gestorben. Er wird fehlen.

Autor: Stefan Schindele verantwortet bei A1 Group seit 2016 den Bereich Brand Strategy und Rollout der Marke A1 in allen Märkten. Zuvor war er bei A1 Telekom Austria für vipnet in Kroatien zuständig. Zu Brand Strategy kam Stefan Schindele über Saffron Brand Consultants und einigen intensiven Werbejahren bei Demner, Merlicek und Bergmann, DMC, St. Stephens und Hutchison 3/Brand. Er studierte bei Walter Lürzer an der Angewandten.

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