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Aktuell: #21 Florian Atzmüller
Grüne neue Welt

 

Vogue verzichtet auf Fotoshootings, KLM appelliert weniger zu fliegen und Ritter Sport verpackt plastikfrei. Immer mehr Unternehmen wollen auf die gute Seite und von der großen grünen Transformation profitieren. Soweit so gut. Aber wie gelingt das?

Glaubwürdigkeit: Wie gut bist du wirklich?

Langsam, langsam, langsam. Bevor du eine Kommunikationsagentur um eine Nachhaltigkeitskampagne bittest, wirf unbedingt einen Blick nach innen. Welchen Beitrag leistest du bereits? Als Unternehmen, mit deinen Produkten/Dienstleistungen oder mit deinen Mitarbeiter*innen? Kurz: Hast du was zu sagen?

Klar ist, dass nicht jeder Kaugummi die Welt retten kann. Trotzdem kann man als Kaugummihersteller auch auf Ökostrom setzen, die Verpackung modifizieren oder eine Kooperation mit Greenpeace eingehen.

Wenn du nichts zu sagen hast, sag besser nichts. Denn Glaubwürdigkeit ist die Grundvoraussetzung für jede Nachhaltigkeitskampagne.

Storytelling: Fakten alleine reichen nicht!

Du engagierst dich bereits und hast einen wunderschönen CSR-Bericht auf die Website gestellt? Fakten alleine dringen leider nicht mehr durch. Auch das Vorwort vom CEO persönlich hilft hier leider nicht viel. Es braucht es eine emotionale Geschichte und einen einzigartigen Zugang. Deine Geschichte, dein Antrieb und dein Einsatz sollen nicht in Meetingräumen verstummen, sondern mithilfe eine ordentlichen Kommunikationsstrategie erlebbar gemacht werden. Das ist nicht nur für deine (potenziellen) Kund*innen, sondern auch Mitarbeiter*innen interessant.

Horrorszenarien und schmelzende Eisberge haben wir schon genug gesehen. Kreativität, Emotion und Glaubwürdigkeit sind die neuen Gradmesser. Spätestens hier solltest du dich mit externen Partner*innen wie Kommunikationsagenturen oder NGOs austauschen.

Storydoing: Nicht nur reden, sondern mitmachen lassen!

Du willst verhindern, dass deine Botschaften, deine einzigartige Geschichte auf den zahlreichen Kommunikationskanälen verloren gehen und nur deine Freund*innen und Mitarbeiter*innen sie teilen? Dann binde die Zielgruppe ein und lass sie gemeinsam mit dir die Welt ein Stück grüner machen. Nicht nur Geschichten erzählen, sondern mitmachen lassen. Von Ideenwettbewerben bis hin zu Nachhaltigkeitsplattformen gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Öffne dich und mach dich noch unverwechselbarer.

Zusammengefasst:

  1. Glaubwürdigkeit als Grundvoraussetzung: Bitte keine grüne Märchen.
  2. Storytelling: Fakten alleine reichen nicht, es braucht einen emotionalen Zugang
  3. Storydoing: Binde die Zielgruppe ein und biete ihnen mehr als nur eine Geschichte

Grüne neue Welt.

Immer mehr Unternehmen übernehmen gesellschaftliche Verantwortung und engagieren sich für eine bessere Welt. Das wird mittlerweile auch von einer steigenden Zahl von Konsument*innen verlangt. Ein CSR-Bericht mit zahlreichen Fakten oder Bilder von schmelzenden Eisbergen reichen längst nicht mehr um bei der Zielgruppe zu punkten. Es braucht einen einzigartigen Zugang mit einer glaubwürdigen, emotionalen Geschichte. Um sicherzustellen, dass die Botschaften nicht auf den zahlreichen Kommunikationskanälen verloren gehen, empfiehlt sich, die Zielgruppe aktiv einzubinden. Kurz: Ihnen Möglichkeiten bieten, aktiv mitzugestalten.

Autor: Florian Atzmüller hat Soziologie und Digital Business Management studiert und war bis Jänner 2020 bei Virtue als Stratege tätig. Er ist Gründer des Vereins „join.listen.help“, welcher Benefizfestivals für Waisenkinder in Südafrika veranstaltet. In den letzten Jahren konnten über 60.000 Euro an Spenden gesammelt werden und eine Kindertagesstätte in der Nähe von Durban errichtet werden.

​​Illustration: www.lanalauren.design