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Aktuell: #25 Bettina Schatz
The New Normal?
Wie Nudges künftige Arbeitsweisen positiv beeinflussen

The New Normal? Wie Nudges künftige Arbeitsweisen positiv beeinflussen

Spätestens seit Corona treffen wir auf veränderte Arbeitssituationen. Die einen im Homeoffice, die anderen bereits wieder (oder noch nicht ganz) im Büro. Hier können „Nudges“ eingesetzt werden, um die Zusammenarbeit positiv zu beeinflussen.

Was ist ein Nudge?

Ein Nudge ist ein Stups, Schubs, Denkanstoß. Nudges können das Verhalten und die Entscheidungsfindung von Gruppen und Einzelpersonen in eine neue Richtung stoßen. Für Unternehmen, die profitabel wachsen wollen, kann Nudging eine wirksame Methode sein, die Produktivität der Mitarbeiter zu erhöhen. Das betrifft vor allem Meetings, die mehr denn je effizient angelegt werden müssen, um erfolgreich zu sein. Anbei ein paar Ideen und Nudges, wie das gelingen kann.

Think – Pair – Share: Ein Nudge für mehr Partizipation in Meetings

Meetings, in denen eine Person präsentiert und die anderen schlafen, kennt jeder. Besser ist es, die aktive Mitarbeit der TeilnehmerInnen bereits im Vorfeld einzufordern. So sollen jeder und jede für sich seine/ihre Ideen im Vorfeld sammeln. Diese Ideen werden im Meeting in 2-er Gruppen erörtert. Anschließend werden die Ergebnisse im Plenum präsentiert und diskutiert.

Struktur im Meeting schaffen

Es gibt unterschiedliche Modelle, wie man mehr Struktur in ein Meeting bringt. So kann für ein Update-Meeting mehr Klarheit und Partizipation mit den 3 Ps „Plan – Progress – Problems“ erzeugt werden. Die Pläne für die unmittelbare Zukunft, die aktuellen Fortschritte, aber auch Probleme zu einem Projekt werden hier in max. drei bis fünf Minuten beleuchtet. Dabei erfahren nicht nur die Kollegen, woran gerade gearbeitet wird, sondern können auch eine Verbindung zu ihrem aktuellen Arbeitsfeld herstellen und frühzeitig in ihrem Arbeitsbereich darauf reagieren. Ein weiterer Vorteil: Es zeigt auch, was alles gemeinsam bereits geschafft wurde.

Mit Ergebnissen weiter punkten

Ein erfolgreiches Meeting braucht Ergebnisse, damit klar ist, worüber man sich verständigt hat, was erreicht wurde und welche Folgeschritte geplant sind. Mit Hilfe kollaborativer Arbeitstools wie z.B. Google Docs, Trello, Jira, Asana uvm. kann Orientierung und eine detaillierte Dokumentation für die Zukunft geschaffen werden. Die Struktur ist dabei individuell gestaltbar z.B: Ownership, Aufgaben, gelöste Probleme, getroffene Entscheidungen uvm. Dieser Nudge wirkt von ganz alleine: Niemand möchte diese Felder gerne leer lassen.

Feedback is love

Eine kurze Retrospektive am Ende des Meetings gibt Hinweise darauf, wie die TeilnehmerInnen das Meeting empfunden haben und zeigt Verbesserungen für das nächste Meeting auf. Dabei kann Positives, Negatives aber auch ein Delta – was sollte sich verändern – vermerkt werden. Vor allem diese Veränderungen sollten Hauptbestandteil der Planung für das nächste produktive Meeting sein.

Tipp zum Schluss: Zeit ist Motivation

Ein Meeting das weit über seine Zeit hinausgeht, endlose Diskussionen und keine Ergebnisse? Mit einer Uhr im Raum wird die Wahrnehmung der Zeit geschärft. Legt man bewusst das Handy auf den Tisch und stellt mit dem Einverständnis aller einen Timer, kann man sofort beobachten wie effizient sich das Meeting angesichts der Zeitnahme gestaltet.

Autor: Mag. Bettina Schatz, M.A. ist Teamcoordinator für Sales Growth & Marktanalyse bei willhaben. Im Vorstand von Strategie Austria beschäftigt sie vor allem die Frage, wie Menschen Zugang zu Strategie finden können und zeigt Möglichkeiten auf, diese Denkhaltung in Unternehmen zu verankern.

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