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Aktuell: #5 Lucas A. Unger
„Wahr oder falsch, Hauptsache Content“
Aufruf zu relevanter Markenkommunikation.

Wir stecken in einer Glaubwürdigkeitskrise. Das zeigt sich auf unterschiedlichsten Ebenen. Was uns heute als Fakten verkauft wird, ist morgen schon widerlegt (oder zumindest als Fake News tituliert). Wahr oder falsch, Hauptsache Content.

Auch Markenkommunikation macht oft den Fehler neue trojanische Pferde zu suchen, anstatt sich auf ihre Grundwerte zu besinnen. Geschönter Instagram-Content, gefälschte „Vergleichsportale“, die ihre eigenen Produkte mit jenen der Konkurrenz „vergleichen“ oder bezahlte Influencer, die beiläufig ihre angeblichen „Lieblingsprodukte“ anpreisen. Es gibt viel Grund als Konsument eine Abwehrhaltung gegen Markenbotschaften zu entwickeln. Und die Zahlen bestätigen das. Kundenloyalität nimmt weiterhin ab.

Laut der letztjährigen „Meaningful brands“-Studie der Havas Group werden weltweit 73 % aller Marken als überflüssig und 60 % des produzierten Contents von den Konsumenten als nicht relevant angesehen.

Wenn eine Marke nichts Relevantes zu sagen hat, wenn sie ihre Zielgruppen nicht dort abholt, wo diese stehen, dann werden einst loyale KundInnen zu Schnäppchenjägern, die immer dort kaufen, wo es im Moment am günstigsten ist. Wer seine Glaubwürdigkeit ruiniert, hat alles verloren, was er als Unternehmen auf einem gesättigten Markt hat.

Was ist die Alternative? Zurück zur Basis. Vielen Marken fehlt es an Klarheit in ihrer Positionierung. Wer sind wir? Wofür stehen wir? Hier hilft die Motiv-Psychologie. Motive stellen die Bedürfnislandschaft der Zielgruppe dar und sind als Bild-Motive, Sound-Motive uvm. direkt für die Kommunikationsarbeit übersetzbar. So hemmt dieser strategische Ansatz die Kreativität nicht, sondern bietet ihr einen idealen Rahmen für relevante Botschaften. Lernen Sie die Motive Ihrer Zielgruppe kennen und sprechen Sie diese konsistent an, dann findet Beziehung statt: Markenloyalität, Weiterempfehlung und sogar Verteidigung gegen Angriffe von außen. Dann braucht es kein nächstes Trojanisches Pferd. Dann wird Ihnen mit einem Lächeln die Tür geöffnet.

Autor: Lucas A. Unger ist Creative Planner bei der Kommunikationsagentur Schilling+Schilling, Werbepsychologe und Vorstandsmitglied der Strategie Austria. Sein Blick auf Kommunikationsarbeit: Wenn Werbung etwas bewegt steckt Psychologie dahinter.

​​Illustration: www.lanalauren.design