Zeit und Leidenschaft

3,73 Millionen Gründe
So viele Menschen engagieren sich in Österreich freiwillig – fast jede und jeder Zweite ab 15 Jahren. Gemeinsam schenken sie diesem Land rund 22 Millionen Stunden. Pro Woche. Die aktuelle Erhebung der Statistik Austria zeigt aber auch: Das Engagement verändert sich. Nachbarschaftshilfe nimmt zu, das Ehrenamt in Vereinen und Organisationen geht zurück. Die Bereitschaft, sich einzubringen, ist also da. Die Menschen schauen nur genauer hin, wo ihre Zeit etwas bewirkt.
Ein Mittwoch, fünf Menschen, ein erstes Kennenlernen
Genau darum ging es am 23. September. Niklas Duffek und ich haben uns mit drei Menschen getroffen, die unserem Aufruf zum Mitwirken gefolgt sind: Marcus Opitz, Florian Greimel und Sonja Fahrner-Poszvek. Kein Pitch, kein fertiges Programm. Sondern ehrliche Fragen: Was bewegt euch? Was wollt ihr einbringen? Und was braucht ihr dafür?
Was wir wirklich einbringen
Seit 15 Jahren ist Strategie Austria ein ehrenamtlicher Verein, gegründet von Führungskräften aus der Kommunikationsbranche. Alles, was bei uns entsteht, entsteht, weil jemand es wollte. Marcus hat das an diesem Abend zusammengefasst: „Im Ehrenamt bringt man zwei der wichtigsten Dinge ein, die man hat: Zeit und Leidenschaft. Deshalb begegnet man sich mit Offenheit und Großzügigkeit – alle geben, was sie können, und bekommen dafür den nötigen Raum."
Raus aus dem Rauschen
Für Florian ist Strategie Austria ein Gegenpol zum Alltag: „Hier komme ich raus aus dem Informations-Bullshit und hin zu dem, was wirklich relevant ist: spannende strategische Themen, hochwertige Perspektiven und Austausch mit Menschen, die etwas zu sagen haben. Gleichzeitig kann ich eigene Themen weiterentwickeln und vor ein Publikum bringen."
Als Werberin höre ich darin die Kernaufgabe unseres Berufs. Gute Kommunikation filtert, verdichtet und schafft Relevanz. Wer täglich um Aufmerksamkeit kämpft, weiß, wie selten das gelingt.
Puzzlesteine neu zusammensetzen
Sonja beschreibt sich als neugierige Entdeckerin: „Bei Strategie Austria habe ich Menschen kennengelernt, denen es ähnlich geht – offen für unterschiedliche Denkansätze und immer bereit, im gemeinsamen Diskurs Puzzlesteine neu zusammenzusetzen. Ehrenamt bedeutet für mich auch, etwas zurückzugeben und dazu beizutragen, dass der vielfältige Blick auf Strategie erhalten bleibt und weiterwächst."
Gezielt wirken – im Ehrenamt wie in der Kommunikation
Das Gespräch beweist: Menschen wollen sich engagieren, wenn sie spüren, wofür. Das gilt für einen Verein genauso wie für eine Marke. Wer nicht klar sagt, wofür er steht und wohin er will, verliert Aufmerksamkeit, Vertrauen und am Ende Menschen. Strategie heißt für mich deshalb nicht Charts und Frameworks. Es heißt: Klarheit darüber, wofür wir unsere Zeit einsetzen. Und dann mit voller Leidenschaft dranbleiben.
Mehr Freude, bitte
Mein Fazit: Wir brauchen mehr Freude am Ehrenamt und mehr Freude an guter, strategisch fundierter Kommunikation. Beides beginnt am selben Punkt, nämlich bei Menschen, die sich die Zeit nehmen, gemeinsam genauer hinzuschauen. Danke, Marcus, Florian und Sonja, fürs Hinschauen. Und an alle, die mit dem Gedanken spielen: Die Tür ist offen. Am 19. Oktober treffen wir uns wieder – wer dazukommen möchte, meldet sich einfach unter info@strategieaustria.at.
Autor:in
Jana David-Wiedemann (50) leitet seit 2019 mit BBDO Wien – und mit dem Relaunch der BBDO 2021 als Teil der BBDO Group Kreativagenturen GmbH – eine der erfolgreichsten Werbeagenturen am österreichischen Kommunikationsmarkt. Mit ihrem Team holt die diplomierte Psychologin für ihre namhaften Kunden, darunter BILLA, Neuroth und Wiener Zucker, in der strategischen Beratung alles heraus: Themen Positionierung, Markenarchitektur und -führung und Strategie liegen der Werbe-Expertin ebenso am Herzen, wie empathische Kommunikation. Für die strategische Macherin ist der Mensch das Maß aller Dinge: Dafür heißt es, ganz nah an den Menschen zu sein, aufmerksam zu beobachten und sensibel für Veränderungen im Konsumverhalten und in der Gesellschaft zu sein. Ihr Motto: Menschen erst fördern, dann fordern.



